Verkehrsmittelwahl - Zufriedenheit mit der Verkehrsmittelwahl

     

1 Einführung
2 Begriffe der Verkehrsmittelwahl
3 Stand der Forschung
4 Modelle der Untersuchung
5 Daten
6 Methode
7 Ergebnisse
8 Diskussion
9 Ausblick
10 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Abbildungen
Verzeichnis der Tabellen


Hypothese 1
Hypothese 2
Hypothese 3 Einflußfaktoren auf die Verkehrsmittelwahl
Restriktionen der Verkehrsmittelwahl
Wegbegleitung
Transport von Gepäck
Zufriedenheit mit der Verkehrsmittelwahl
Zusammenfassung der Einflußfaktoren auf die Verkehrsmittelwahl
Zusammenfassung der Ergebnisse

7.4.2 Zufriedenheit mit der Verkehrsmittelwahl

Die Zufriedenheit mit einem Verkehrsmittel auf einem Weg wird im folgenden nach den Einflußfaktoren untersucht. Da in der vorliegenden Arbeit vor allem das Umstiegspotential von Interesse ist, werden die unangenehm eingeschätzten Wege analysiert.

Die Analyse nach den unangenehm eingeschätzten Wegen (n = 5.921 Wege; unangenehm 3,6 %) ergab signifikante Unterschiede nach den Dauerklassen, die in die CHAID-Analyse eingingen. Diese wurden von CHAID zu vier Typen von Dauerklassen zusammengefaßt. Die Einflußfaktoren werden nach den Dauerklassen – Typ I bis Typ IV – im folgenden dargestellt.

Dauerklasse Typ I

In der Dauerklasse Typ I (n = 1.681 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 1,7 %) werden Wege mit keiner Angabe über die Wegedauer und Wege mit einer Wegedauer von 1 bis 8 Minuten zusammengefaßt (vgl. Abbildung 13). Entscheidend ist für die unangenehm eingeschätzten Wege die Niederschlagsstärke. Dahingehend können drei Gruppen beschrieben werden:

  • Die erste Gruppe umfaßt eine Niederschlagsstärke von 0 bis 1,9 mm und einen Anteil an unangenehm eingeschätzten Wegen von 1,2 % (n = 1.374 Wege)

  • Die zweite Gruppe umfaßt eine Niederschlagsstärke von 2,0 bis 4,9 mm und einen Anteil an unangenehm eingeschätzten Wegen von 0,9 %, (n = 116 Wege)

  • In der dritten Gruppe sind die Niederschlagsstärken von mehr als 4,9 mm enthalten. Hier ist ein Anteil von unangenehm eingeschätzten Wegen von 5,7 % festzustellen (n = 191 Wege). Entscheidend ist dabei der benutzte Verkehrsbereich für einen Weg. Dieser ist in drei Untergruppen statistisch unterscheidbar.
  • Die erste Untergruppe umfaßt den Verkehrsbereich zu Fuß mit 7,0 % unangenehm eingeschätzten Wegen (n = 71 Wege). In der zweiten Untergruppe ist der Verkehrsbereich Rad zu finden. Hier finden sich 24 % unangenehm eingeschätzte Wege (n = 25 Wege).

    In der dritten Untergruppe sind die Verkehrsbereiche ÖV und mIV zusammengefaßt. Dabei können keine unangenehmen Wege gefunden werden (n = 95 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 0 %).

    Wege, die von Personen in der Dauerklasse Typ I durchgeführt wurden, zeigen weniger Potential in der Nutzung eines PTW´s mit passiven Sicherheitsmerkmalen. Grund dafür ist, daß unangenehm eingeschätzte Wege vom Niederschlag abhängig sind und bei einer geringen Niederschlagsstärke wenig unangenehm eingeschätzte Wege angegeben werden.

    Dauerklasse Typ II

    Die Dauerklasse Typ II (n = 2.722; unangenehm eingeschätzte Wege 2,9 %) weist Wege mit einer Wegedauer von 9 bis 25 Minuten auf (vgl. Abbildung 14). Der entscheidende Einflußfaktor für unangenehm eingeschätzte Wege ist im Typ II die festgestellte Temperatur. Diese läßt sich nach den Temperaturbereichen in 3 Gruppen einteilen:

  • In der ersten Gruppe mit einem Temperaturbereich bis 6,8°C (n = 1.362; unangenehm eingeschätzte Wege 5,0 %) ist der weitere entscheidende Einflußfaktor die Wegeaktivität. Dabei sind 4 Untergruppen zu finden. In der ersten Untergruppe (n = 412 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 9,5 %), wurden die Wegaktivitäten ohne Angabe, Erwerbsbereich und Sonstiges zusammengefaßt. Ist dabei das Motiv der Verkehrsmittelqualität „keine andere Möglichkeit“ (n = 329 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 7,0 %) nicht angegeben worden, sind weniger unangenehme eingeschätzte Wege vorhanden als bei der Angabe von „keine andere Möglichkeit“ (n = 83 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 19,3 %). In der zweiten Untergruppe (n = 950 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 3,1 %) in der die Wegeaktivitäten Unterhalts- und Transferbereich zusammengefaßt wurden, ist zusätzlich nach der Anzahl der genannten zeitlichen Rahmen bzw. situativen Gegebenheiten zu unterscheiden. Wurde kein zeitlicher Rahmen bzw. keine situative Gegebenheit genannt sind unangenehm eingeschätzte Wege mit 5,9 % vorhanden (n = 170 Wege). Wenn ein zeitlicher Rahmen bzw. eine situative Gegebenheit genannt wurde, sind unangenehm eingeschätzte Wege mit 1,3 % vorhanden (n = 672 Wege). Sind zwei bis vier zeitliche Rahmen bzw. situative Gegebenheiten genannt worden, so finden sich unangenehm eingeschätzte Wege mit 9,3 % (n = 108 Wege).

  • Bei einer Temperatur von 6,9 bis 9,7°C (n = 673 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 1,5 %) ist die Nennung des Motivs der Verkehrsmittelwahl „schlechtes Wetter“ entscheidend für die Angabe von unangenehm eingeschätzten Wegen. Wird dieses Motiv der Verkehrsmittelwahl genannt, werden 8,9 % der Wege als unangenehm empfunden (n = 45 Wege). Wenn diesbezüglich keine Angabe gemacht wurde, sind noch 1 % der Wege unangenehm eingeschätzt worden (n = 628 Wege).
  • Bei einer Temperatur von mehr als 9,8°C und den fehlenden Angaben bezüglich der Temperatur sind Wege von Personen, die Bahnsonderangebote nutzen, entscheidend (n = 687 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 0,3 %). Gibt eine Person an Bahnsonderangebote zu nutzen, werden Wege negativer eingeschätzt (n = 105 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 1,9 %), als wenn eine Person keine Bahnsonderangebote nutzt (n = 582 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 0 %).
  • Wege, die von Personen in der Dauerklasse Typ II durchgeführt wurden, zeigen Potential in der Nutzung eines PTW´s mit passiven Sicherheitsmerkmalen. Besonders positiv ist dabei eine Temperatur von kleiner als 6,8°C in Verbindung mit der Wegaktivität Erwerb und Sonstiges. Für PTW´s mit passiven Sicherheitsmerkmalen muß dafür allerdings ein Kälteschutz existieren, der auch bei einer möglichen Unterschätzung der Außentemperatur zugeschaltet werden kann.

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    Abbildung 13: Einflußfaktoren auf unangenehm eingeschätzte Wege in der Dauerklasse Typ I

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    Abbildung 14: Einflußfaktoren auf unangenehm eingeschätzte Wege in der Dauerklasse Typ II

    Dauerklasse Typ III

    In der Dauerklasse des Typ III (n = 1300 Wege; unangenehm eingeschätzt Wege 5,5 %) werden Wege mit einer Wegedauer von 26 bis 75 Minuten zusammengefaßt (vgl. Abbildung 15). Entscheidend für unangenehm eingeschätzte Wege ist bei diesem Typ die Angabe des Motivs der Verkehrsmittelqualität „keine andere Möglichkeit“. Danach können 2 Gruppen unterschieden werden.

  • Wird das Motiv der Verkehrsmittelqualität „keine andere Möglichkeit“ nicht angegeben, ist die Verfügbarkeit eines Krads der entscheidende Einflußfaktor auf unangenehm eingeschätzte Wege (n = 955 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 3,9 %). Nach der Krad-Verfügbarkeit können zwei Untergruppen unterschieden werden. In der ersten Untergruppe, in der das Motiv der Verkehrsmittelqualität „keine andere Möglichkeit“ angegeben wurde und ein Krad verfügbar ist, werden 10,3 % der Wege als unangenehm eingeschätzt (n = 78 Wege). In der zweiten Untergruppe, in der das Motiv der Verkehrsmittelqualität „keine andere Möglichkeit“ nicht angegeben wurde und kein Krad verfügbar ist, werden 3,3 % der Wege unangenehm eingeschätzt (n = 877 Wege).

  • Wurde angegeben, daß „keine andere Möglichkeit“ besteht (n = 345 Wege; unangenehme Wege 9,9 %) ist das Motiv der Verkehrsmittelwahl „vorher damit unterwegs“ entscheidend auf unangenehm eingeschätzte Wege. Nach der Angabe des Motivs der Verkehrsmittelwahl „vorher damit unterwegs können zwei Untergruppen unterschieden werden. In der ersten Untergruppe, in der das Motiv der Verkehrsmittelwahl „vorher damit unterwegs“ nicht angegeben wurde, sind unangenehm eingeschätzte Wege mit 6,9 % vertreten (n = 277 Wege). In der zweiten Untergruppe, in der das Motiv der Verkehrsmittelwahl „vorher damit unterwegs“ angegeben wurde, sind unangenehm eingeschätzte Wege mit 22,1 % vorhanden (n = 68 Wege).
  • Wege, die von Personen in der Dauerklasse Typ III durchgeführt wurden, zeigen Potential in der Nutzung eines PTW´s mit passiven Sicherheitsmerkmalen. Besonders positiv ist dabei die Angabe des Motivs der Verkehrsmittelwahl „keine andere Möglichkeit“.

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    Abbildung 15: Einflußfaktoren auf unangenehm eingeschätzte Wege in der Dauerklasse Typ III

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    Abbildung 16: Einflußfaktoren auf unangenehm eingeschätzte Wege in der Dauerklasse Typ IV

    Dauerklasse Typ IV

    Wege mit einer Wegedauer von über 76 Minuten werden in der Dauerklasse des Typ IV zusammengefaßt (n = 218 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 16,1 %) (vgl. Abbildung 16). Entscheidend für unangenehm eingeschätzte Wege ist dabei die Altersklasse der Person, die einen Weg durchführt. Danach können zwei Gruppen unterschieden werden:
  • Werden Wege von Personen mit einem Alter bis 25 Jahren durchgeführt, beträgt der Anteil der unangenehm eingeschätzten Wege 37,8 % (n = 37 Wege).

  • Wege, die von Personen mit einem Alter von 25 bis 90 Jahren durchgeführt werden (n = 181 Wege; unangenehm eingeschätzte Wege 11,6 %), müssen nach den Verkehrsbereich unterschieden werden. Dabei sind zwei Untergruppen vorhanden. In der ersten Untergruppe, in der die Verkehrsbereiche zu Fuß, Rad und ÖV zusammengefaßt wurden, sind unangenehm eingeschätzte Wege mit 0 % vorhanden (n = 84 Wege). In der zweiten Untergruppe, in der der Verkehrsbereich mIV enthalten ist, werden dahingegen 21,7 % der Wege als unangenehm empfunden (n = 97 Wege).
  • Wege, die von Personen in der Dauerklasse Typ IV durchgeführt wurden, zeigen Potential in der Nutzung eines PTW´s mit passiven Sicherheitsmerkmalen. Negativ für die Nutzung von PTW´s mit passiven Sicherheitsmerkmalen ist dabei die lange Wegedauer in der Dauerklasse des Typ IV und die damit in Verbindung stehende geringere Bequemlichkeit der PTW´s mit passiven Sicherheitsmerkmalen im Vergleich zu Pkw´s.

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