3.2 Determinanten der Verkehrsmittelwahl bei disaggregierten Modellen
Die Verkehrsmittelwahl wird von zwei verschiedenen Determinanten beeinflußt. Dieses sind die entscheidungsbezogenen und die nutzenstiftungsbezogenen Determinanten. Die Determinanten der Verkehrsmittelwahl werden im folgenden dargestellt.
Die entscheidungsbezogenen Determinanten der Verkehrsmittelwahl bestehen aus vier zusammenhängenden Faktoren (vgl. Übersicht 2). Nach der Reihenfolge des stärksten Zusammenhangs haben die Lebensstilentscheidungen den stärksten Einfluß (z.B. Entscheidung über die Art der Erwerbsbeteiligung). Darauf folgen die Mobilitätsentscheidungen (z.B. Entscheidung über die Wahl des Wohnorts und den Kauf eines Pkw´s), die Aktivitätsentscheidungen (z.B. Entscheidung über die Häufigkeit der jeweiligen Aktivität) und die untergeordneten Entscheidungen (z.B. Entscheidung über die Wahl der Tageszeit für eine Aktivität). Die Lebensstilentscheidungen und die Mobilitätsentscheidungen sind im allgemeinen als langfristig variabel und mittel- und kurzfristig konstant zu betrachten, wohingegen die Aktivitätsentscheidungen und die Mobilitätsentscheidungen kurz- und mittelfristig variabler sind.
Übersicht 2: Bildung der Entscheidung bei der Verkehrsmittelwahl:

Quelle: Knapp, 1998, S. 134; verändert nach Mohl
Die nutzenstiftungsbezogenen Determinanten der Verkehrsmittelwahl können durch ein S-O-R Modell beschrieben werden. Dies ist deshalb möglich, weil die Nutzenstiftung durch verkehrliche Teilnahme einen Teilbereich des Konsumentenverhaltens darstellt.
Im S-O-R Modell werden die im Organismus inneren psychisch ablaufenden Prozesse in aktivierende und kognitive unterteilt, wobei kein Prozeß alleine abläuft, sondern immer ein Element des anderen aufweist. Zugeordnet wird folglich nach der Dominanz des ablaufenden Prozesses. Der Grund für die nebeneinander ablaufenden Prozesse ist, daß kognitive Prozesse als Vorinformation von Gefühlen (aktivierender Prozeß) und Gefühle von vorangegangenen kognitiven Prozessen beeinflußt werden.
Für Untersuchungen werden aktivierende Prozesse, die aus Emotion, Motivation und Einstellung bestehen , auf die Einstellung beschränkt. Dies wird zum einen durch die schwere Erfaßbarkeit von Emotion und Motivation begründet und zum anderen durch den Aufbau der Einstellung. Die Einstellung besteht zu unterschiedlichen Anteilen aus einer kognitiven, affektiven und konativen Komponente, wobei die konative Komponente die Verhaltensabsicht anzeigt. Die Verhaltensabsicht der Einstellung äußert sich in einer Objekt- und Gegenstandsorientierung, weshalb sie am häufigsten zur Verhaltenserklärung herangezogen wird. weiter |