Verkehrsmittelwahl - Modell der Flexibilität der Verkehrsmittelwahl

     

1 Einführung
2 Begriffe der Verkehrsmittelwahl
3 Stand der Forschung
4 Modelle der Untersuchung
5 Daten
6 Methode
7 Ergebnisse
8 Diskussion
9 Ausblick
10 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Abbildungen
Verzeichnis der Tabellen


Beschreibung der Modelle
Sozialökonomisches Modell des Mobilitätsverhaltens
Modell der Flexibilität der Verkehrsmittelwahl
Ableitung von Hypothesen

4.1.2 Modell der Flexibilität der Verkehrsmittelwahl

Für die Entwicklung des Modells der Flexibilität der Verkehrsmittelwahl wurde ein einstellungsorientierter Ansatz in Kombination mit einem Ansatz der abgestuften Wahlmöglichkeiten gewählt, da die Kombination dieser beiden Ansätze die höchste Aussagekraft in bezug auf die Auswertung der Daten verspricht. Die aggregierten und verhaltensorientierten Ansätze wurden wegen der unvollständigen Abbildungsmöglichkeit des Verkehrsmittelwahlverhaltens nicht für die Modellierung verwendet.

Der Aufbau des Modells der Flexibilität der Verkehrsmittelwahl ist hierarchisch. Bedingungen, die an einer Stelle im Modell genannt sind, haben an hierarchisch untergeordneten Punkten weitere Gültigkeit, auch wenn diese explizit nicht mehr aufgeführt sind.

Das Modell der Flexibilität der Verkehrsmittelwahl beginnt nicht bei der eigentlichen Auswahl der Verkehrsmittel für eine Aktivität bzw. eine Aktivitätenabfolge, sondern schon bei der Informationssuche und Bewertung von Eigenschaften allgemein möglicher Verkehrsmittel nach Art (z.B. Rad und mIV) und Nutzung (Kauf, Leasing; vgl. Übersicht 3). Auf dieser Grundlage grenzt ein Individuum Eigenschaften von allgemein möglichen Verkehrsmitteln auf individuell mögliche Verkehrsmittel ein. Die Eingrenzung der allgemein möglichen Verkehrsmittel basiert auf bestehenden Budgets (Zeit, Einkommen) und Präferenzen. Die individuell möglichen Verkehrsmittel werden danach auf Verkehrsmittel eingegrenzt, die für die Aktivitäten/Aktivitätenabfolgen und Situationen passend sind. Darauf folgt die Beschaffung von Nutzungsrechten für die Verkehrsmittel. Die Beschaffung von Nutzungsrechten kann sowohl den Kauf eines Verkehrsmittels als auch den Kauf einer Monatskarte für den Bus bedeuten. Nach dem die passenden individuell möglichen Verkehrsmittel beschafft wurden, ist für eine bestimmte Aktivität/Aktivitätenabfolge und Situation das bestmöglichste Verkehrsmittel aus den zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln zu wählen. An dieser Stelle beginnt die eigentliche Verkehrsmittelwahl, die vor einer Aktivität/Aktivitätenabfolge steht. Dabei wird in einmalige/seltene und wiederkehrende/oft auftretende Aktivitäten/Aktivitätenabfolgen unterschieden.

Übersicht 3: Darstellung der Auswahl des für eine bestimmte Aktivität/Aktivitätenabfolge und Situation bestmöglichen Verkehrsmittels

Quelle: Eigene Darstellung

Im folgenden wird die Verkehrsmittelwahl für die einmalig/seltenen Aktivitäten/Aktivitätenabfolgen dargestellt (vgl. Übersicht 4). Die Verkehrsmittelwahl wird dabei durch den Flexibilitätskomplex verkörpert, der aus drei aufeinanderfolgenden Entscheidungen besteht. Der Flexibilitätskomplex beinhaltet als Entscheidungen die Eignung eines Verkehrsmittels, die Verfügbarkeit eines Verkehrsmittels und die Zufriedenheit mit einem Verkehrsmittel auf einem Weg. Dies entspricht der Kombination der beiden Ansätze – einstellungsorientierter Ansatz und Ansatz der abgestuften Wahlmöglichkeiten – und erleichtert eine Untersuchung der Flexibilität der Verkehrsmittelwahl, da die drei Entscheidungen dadurch unabhängig untersucht werden können.

Nach der Darstellung des Flexibilitätskomplexes wird im folgenden der Ablauf der Wahl eines Verkehrsmittels vor der Ausübung einer Aktivität bzw. einer Aktivitätenabfolge dargestellt. Bei der Ausübung einer einmalig/seltenen Aktivität/Aktivitätenabfolge tritt ein kognitiver Prozeß in Gang, der durch den Flexibilitätskomplex näher beschrieben wird. Demnach werden die individuell möglichen Verkehrsmittel überprüft bis das bestmöglich geeignetste Verkehrsmittel für eine Aktivität/Aktivitätenabfolge identifiziert ist. Die Überprüfung wird dabei über die Motive der Verkehrsmittelwahl vorgenommen. Als Ergebnis der ersten Entscheidung – Eignung eines Verkehrsmittels – steht das individuell geeignete Verkehrsmittel somit fest. Danach wird geprüft, ob das individuell geeignete Verkehrsmittel auch zum Zeitpunkt der Aktivität/Aktivitätenabfolge verfügbar ist.

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